Die Brustkrebshilfe hat als ein Aufgabenprofil die Forschung. Zu diesem Zweck wurde die AQuiO gegründet, die sich mit der Erforschung und Umsetzung von Qualitätsprofilen in der Onkologie auseinandersetzt.

AQuiO - Akademie für Qualität in der Onkologie

Die Akademie für QualitätsSicherung in der Onkologie wurde Anfang 2007 gemeinsam mit medizinischen Partnern, wie der Akademie für Allgemeinmedizin, gegründet (Vorstand, wissenschaftlicher Beirat), um medizinische QM-Projekte durchzuführen;

Mitglieder  sind interessierte KollegInnen und Insitutionen, die sich an den AQuiO-Projekten beteiligen. Kooperationspartner werden in größeren Institutionen und Interessensverbänden gesehen

Aufgaben und Ziele der AQuiO
 Studien, Analysen, Registrierung und Prozessabläufe im Bereich der Onkologie durchzuführen
 Lokale Leitlinien zu definieren, Prozessabläufe zu koordinieren, auditfähige Führung und Dokumentation der Abläufe und PatientInnen
 Organisation und Durchführung von Qualitaetskriterinen zu erstellen bezueglich: Tumorakte, Krebsregister, Tumorboard

QM- medizinisches Qualitätsmanagement

Das Qualitätsmanagement (QM) im Gesundheitsbereich ist ein Teilbereich des funktionalen Managements mit dem Ziel der Optimierung von Arbeitsabläufen oder von Geschäftsprozessen unter der Berücksichtigung von materiellen und zeitlichen Kontingenten sowie dem Qualitätserhalt von Produkten bzw. Dienstleistungen und deren Weiterentwicklung. Hierbei von Belang sind etwa die Optimierung von Kommunikationsstrukturen, professionelle Lösungsstrategien, die Erhaltung oder Steigerung der Zufriedenheit von Kunden oder Klienten sowie der Motivation der Belegschaft, die Standardisierungen bestimmter Handlungs- und Arbeitsprozesse, Normen für Produkte oder Leistungen, Dokumentationen, Berufliche Weiterbildung, Ausstattung und Gestaltung von Arbeitsräumen. Die Orientierung ist an die Richtlinien der EFQM (European Foundation for Quality Management) ausgerichtet.

Leitlinien / Guidelines

Nationale und Internationale Leitlinien geben eine wichtige unverzichtbare Struktur vor, nicht immer aber die Lösung der anstehenden individuellen Probleme bei onkologischen PatientInnen. Diverse Leitlinien beschreiben die Mehrheit der auftretenden Probleme im onkologischen Alltag, geben aber nicht Antworten (vor allem rechtlich verbindliche) auf alle Fragen- und Problemstellungen. Die nur teilweise vorhandenen EBM bezogenen Leitlinien lassen  nicht unbeträchtliche Lücken im (Entscheidungs-)Alltag und dessen Abläufen. Trotzdem müssen handelnde Ärzte auch Beratungen, Untersuchungen, Therapieentscheidungen vornehmen mit/ohne EBM und möchten sich dabei aber genauso wie ihre PatientInnen auf gesichertem, weil definiertem Boden bewegen.

Zuweisender Arzt wie PatientInnen (und Angehörige)  sollten überdies mehr und mehr in die Informations- und Entscheidungsabläufe eingebunden sein; in unseren Proejkten ist dies als wesentlicher Punkt vorgesehen

Fehleranalysen

Die bis jetzt durchgeführten Fehleranalysen zeigen einen nicht unbeträchtlichen Mehraufwand in allen Bereichen  der Onkologie aufgrund von mangelnden Standardisierungen. Der rasche dynamische Entwicklungsprozess in einem überschaubaren kleineren System, wie der AquiO,  wird zur Stärke unseres Vorgehens.

PatientenanwältIn

Ein Patientenanwalt überprüft begleitend die Einhaltung der rechtskonformen Abläufe. Dieser von der Brustkrebshilfe zur Veruegung gestellte Patientenanwalt steht auch für allfällige Rechtsfragen zur Verfügung. Wir wollen zufriedene PatientInnen und fühlen uns als Gruppe  auch als Advokat aller Anliegen der PatientInnen und der behandlenden ÄrztInnen.

Das Team des wissenschaftlichen Beirates

Das Team setzt sich aus allen Disziplinen zusammen (disease management):
Radiologie, Chirurgie (Chirurgische Onkologie), Gynäkologie, Plastische Chirurgie, HNO, Urologie, Pathologie, Interne Onkologie,  Strahlentherapie(Radioonkologie), Psychologie psychologische Onkologie), komplementäre Medizin, wiss.Datenverarbeitung, Rehabilitation und Selbsthilfe

QM0-Qualitätsmanagement Onkologie

Bisher wurde in (Teilbereichen) der Onkologie außer über Arztbriefe, die den zuweisenden Ärzten zugesandt wurden, nicht immer ausreichend Information und damit Transparenz erreicht, teilweise werden nur Teilinformationen weitergegeben (zB. Info über Teilnahme an Studien, warum erhaltende und nicht radikale OP).  Nach wie vor müssen an manchen Institutionen PatientInnen um ihre Befunde bitten, noch mehr um ihre Röntgenbilder und anderes. Die Rechtssicherheit von handelnden Ärzten wie PatientInnen ist nur teilweise gegeben, da lokal keine Kriterien  oder Entscheidungsabläufe beschrieben werden; viele KollegInnen orientieren sich in ihren Handlungen an Wissen, das unterschiedlicher Herkunft ist, im Anlaßfall aber nicht immer oder wenig abgesichert ist.

Der Wissensbedarf von Ärzten (Zuweisern) über den Standard (state of the art)  und PatientInnen über Entscheidungsabläufe, Alternativen und begleitende mögliche Hilfsmittel wird immer größer. Daher haben wir, den kommenden gesetzlichen Bestimmungen vorgreifend, den Prozess der QM mit allen Folgen (EU-ISO Zertifizierung) für den Gesamtbereich der Onkologie (alle Disziplinen) eingeleitet. Das vorgesehene Qualitätsmanagement besteht, wie vielfach in anderen Bereichen bewährt, aus Qualitätsplanung , Qualitätslenkung , Qualitätssicherung , Qualitätsprüfung

Unser Ziel – das Ziel der AQuiO

Das erklärte Ziel dieses Prozesses ist, die Abläufe nach internationalen Kriterien zu definieren, die Entscheidungsabläufe niederzuschreiben, vor allem die fehlenden Punkte der Leitlinien zu ergänzen, Befunde und Befundungen zu standardisieren, zu dokumentieren und auditfähig zu archivieren (Krebsregister); kurzfristig werden zur Transparenz diese Abläufe und Informationen als Tumorakte elektronisch gespeichert und den PatientInnen bzw. den Ärzten übermittelt (elektronische Tumorakte).

Die erwähnten SOP`s bzw. die Qualitätsbegleitung aller möglichen Schritte wird einfach strukturiert; den handelnden Personen (ÄrztInnen), wird ein QM-Handbuch zur Orientierung und sicheren Umsetzung gegeben;  dem Patienten wird mehr Sicherheit durch Kontrolle, Überprüfung, Dokumentierung und Ausgabe aller Schritte und Befunde geboten.

Internationale Kooperation -  Wfsos-Weltverband

Am 27.3.2007 wurde in Kairo (Al el Shouknan) während der gemeinsamen Kongresstagung der WFSOS und der ägyptischen Gesellschaft für Chirurgische Onkologie das weltweit organisierte Wfsos-AQuiO (der World Federation of Surgical Oncology Societies) gegründet. Ein internationales Expertenteam (Tumorboard/ Tumorkonferenz) berät Ärzte/Spitäler weltweit bei der Erstellung von Leitlinien, der Erstellung/ Qualitätskontrolle von Studien, der Standardisierung der Befunde, der Internet Registrierung bei seltenen Fragen, der Ausbildungsrichtlinien und der Standard  bzw. der speziellen Behandlung von Brust-PatientInnen (und anderen Tumoren)

Beispiele unserer Arbeit werden Sie in Kürze auf dieser Homepage vorfinden; Graz, 2007; TestProjekt : derzeit werden in einer Testphase mehrere Teilbereiche untersucht und Qualitaetskriterien erarbeitet.
Vorstellung des Projektes März  2008: Gdansk Polen, Mai 2008: Krasnodar Russland; Juli 2008 Rio; Tschechei und Ungarn;